Nikon D100

31. Januar 2018

 

Die D100 habe ich erst seit einer Woche, ein schönes Exemplar mit original Batteriegriff. Zu Beginn kam ich mal so gar nicht klar damit... wenn ich den Auslöser drückte, klappte der Spiegel hoch, aber die eigentliche Aufnahme erfolgte deutlich später. Insgesamt war der Sucher für einen ziemlich langen Moment dunkel. So lange, dass meine flinken Motive oft gar nicht mehr im Bild waren. Da die Kamera bei der Drive- Einstellung keinen "Mup" (Mirror Up - Spiegelvorauslösungs-) Modus bietet, und sie ja letzten Endes doch nach dem ersten Drücken auslöste, dachte ich schon, da wäre was defekt. Sooo langsam kann sie doch nicht sein... ich habe ein kurzes Video gemacht um das zu verdeutlichen, bzw. um Freunde und Kollegen zu fragen, und dabei die D200 zum Vergleich herangezogen. Beide Kameras stehen auf "M" mit 1/400s. Bei der D100 sieht es aus, als würde ich ne Sekunde lang belichten, was aber nicht stimmt, sie belichtete in jeder Situation korrekt. 

 

 

 

Nachdem ich das Video hochgeladen hatte, habe ich nochmal kreuz und quer im Menü herumexperimentiert, und bin dabei auf die Option "Verwacklungsschutz" im "Bleistift" Menü gestoßen. Haha, da hat Nikon doch eine Art Mirror Up versteckt! Das abgeschaltet, und sie löst - altersgemäß - doch flott aus. Puuuuh! :)


 

 

 

Ansonsten ist die Nikon D100 ne ziemlich hübsche und handliche Kamera, die Bedienelemente sitzen alle am richtigen Fleck und es ist alles da was man braucht. Das Display ist altersgemäß winzig aber man erkennt zumindest, ob das Motiv im Bild ist oder nicht :)

Sehr originell finde ich, dass man in den Genuß der Buchse für den üblichen Nikon- Kabelauslöser (10-polig, rund, wie bei allen Profi Nikons) nur kommt, wenn man den Batteriegriff besitzt, sie ist nämlich an dessen Seite untergebracht (siehe erstes Bild, unten-rechts). Ohne Griff hat man nur die Möglichkeit, einen Old-School Drahtauslöser in den Auslöser einzuschrauben, welcher dafür ein Gewinde hat (siehe zweites Bild). 

 

 


 

 

Auf jeden Fall mag ich, was aus der Kamera rauskommt. Sie macht schöne Bilder! Und der Autofokus trifft auch in schwierigeren Situationen.

 


 

 

Auch bei absolutem Sauwetter, trüber, diffuser Stimmung und wirklich wenig Licht (der Schnee sieht nur auf den Fotos hübsch aus, in Wirklichkeit war das eine flüssige, glasige Matsche, nur an der Oberfläche annähernd weiß) macht sich die D100 ziemlich gut, auch wenn der automatische Weißabgleich den Schnee gelegentlich ein bißchen "tönt":

 


 

 

Natürlich darf eine Aufnahme mit maximaler ISO nicht fehlen:

 

185mm  |  Blende 2,8  |  1/160s.  |  ISO 6400 ("Hi-2")

 

Unbearbeitet, nur RAW Entwicklung mit ACR default Werten,  nur CA Korrektur und Farbrauschen ein bißchen reduziert (ca. 50). Das finde ich mal ganz und gar nicht schlecht!

 

 

Die Erfahrungswerte sind nach einer Woche noch ziemlich gering, aber ich werde das natürlich updaten. Bisher:

 

 

 

Was mir an der D100 sehr gut gefällt:

 

 Sie liegt, mit dem Batteriegriff, gut in der Hand, das Handling ist in Quer- und Hochformat nahezu identisch. Die AF Felder werden mangels Joystick durch die Wippe gewählt, welche im Hochformat natürlich etwas schwieriger zu erreichen ist.

• Die Bilder sind, typisch für die alten DSLRs mit wenigen Megapixeln, knackig und scharf (anständiges Glas, passende Lichtverhältnisse und ordentliches Arbeiten vorausgesetzt). 

• Im Auto- Weißabgleich betont sie, ähnlich wie D200 und D80, die blauen Farbtöne im Bild, was ich an sich recht gerne mag. Das lässt sich bei RAW Dateien natürlich auch problemlos korrigieren.

• Der Akkuverbrauch ist vernachlässigbar, mit den zwei Akkus im Griff hätte ich trotz der Kälte ewig weitermachen können. Sie verwendet die selben Akkus wie D200, D300/s, D700, D90 -> EN-EL3

• Die ISO Leistung ist schon stark, bei 6400 sieht manche jüngere Kamera älter aus.

• Der Sucher ist nicht riesig, aber groß genug, sowie schön hell und klar

• Das Betrachten der Resultate auf dem Kameradisplay ist dem Alter der Kamera und der Größe bzw. "Kleine" des Displays angemessen und geht verhältnismäßig flüssig vonstatten. Ich schalte übrigens die Funktion, mit der Hochformatbilder bei der Wiedergabe gedreht werden, grundsätzlich ab. So nutze ich wenigstens die ganze Fläche des winzigen Displays.

 

 

 

Woran man merkt, dass man eine 16 Jahre alte Kamera in der Hand hat:

 

• Von Serienbildern brauchen wir hier nicht zu reden, aber die brauche ich persönlich auch nicht. Allerdings verweigert sie auch die Aufnahme, wenn sie gerade auf die Karte schreibt. Das passiert bereits nach der zweiten bis dritten Aufnahme (RAW), siehe Video oben (ich habe eine 133x = 20MB/s CF Karte drin). Viel Pufferspeicher scheint da also nicht zu sein.

• Zur Verstellung von ISO Wert, Weißabgleich, Messmethode und Speicherformat muss man das Modus-Wahlrad vorübergehend auf diejenige Funktion stellen und danach wieder zurück auf M/ A/ S. Das war zu der Zeit auch bei manchen anderen Kameras so.

• Das Menü "überlegt" tatsächlich eine Zeit lang, ob es erscheinen soll :) dafür blendet es sich um so schneller wieder aus.

• Spiegelschlag und Shutter-Sound klingen ähnlich schlapp und plastikmäßig wie bei der Fuji S3 Pro, ich würde sagen, da sind die selben oder verwandte Teile verbaut.

 

 

 

Meine bevorzugten/ bewährten Settings für die D100 :

 

Mode: M oder A, AF: C, Drive: Einzelbild oder Serie (lässt sich für Einzelbild gut genug dosieren), Blende bei Tieren/ Sport meistens ganz offen, Landschaft habe ich noch nicht probiert.

 

Menü "Wiedergabe": nichts, "Kamera": Bild schärfen = hoch (probeweise, war schon so eingestellt), Tonwertkorrektur & Farbsättigung = 0, Farbraum = sRGB,  "Bleistift": Bildvorschau = on, RF Langzeitbelichtung = on, Einstellrad = on = vertauscht (sonst muss ich, da ich auch Kameras anderen Marken verwende, immer umdenken), AF- Meßfeld = on", Verwacklungsschutz = AUS   ;-)

 

 

 

 


 

 

Mein Lieblingsobjektiv an der Nikon D100 ist bis jetzt:

 

• Das Sigma 70-200 1:2,8 II Macro HSM

 

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