Telekonverter bzw. Extender - Canon, Nikon, Sony, Sigma und Kenko

16. August 2018

 

 

Mit den Telekonvertern ist das so eine Sache...

 

Die einen sagen "Hilfe, Qualitätsverlust, da kann ich das Bild auch gleich einfach croppen", für die anderen ist es eine kostengünstige und vor allem Gewichts- optimierte Möglichkeit, zu mehr Brennweite zu kommen. Mir persönlich hilft es, wenn ich mein Bild gleich fertig (formatfüllend) im Sucher sehe, die nachträglich-Zuschnitt- Variante ist nicht wirklich mein Ding. Einen weiteren Vorteil bieten Konverter aus meiner Sicht: Der Vergrößerungsfaktor steigt rapide, denn die Naheinstellgrenze bleibt auch mit Konverter die gleiche. Das macht z.B. beim fotografieren von kleinen Vögeln, Katzenbabies und anderen kleinen Motiven durchaus Sinn.

 

Also bin ich grundsätzlich mal "pro" Telekonverter. Die nächste Frage ist jetzt: Muss es ein "Original" (Canon-, Nikon- oder Sony) sein, oder kommt auch ein Fremdhersteller in die engere Auswahl? Das Internet und insbesondere die Foto- Foren sind voll von Erfahrungsberichten, Tests, Meinungen und Ratschlägen, jedoch in der Regel immer auf ein einziges Produkt, sprich ein einziges Konvertermodell beschränkt. Systemübergreifende Vergleiche sind im Web kaum zu finden. Ich selbst habe mich inzwischen ziemlich viel querbeet durchprobiert, und bringe die Ergebnisse hier in eine - hoffentlich - übersichtliche Zusammenfassung.

 

  



 

 

 

 

 

 

1. Welche Telekonverter passen rein mechanisch?

 

Das lässt sich durch vorsichtiges Ausprobieren leicht herausfinden. Canon- und Sony- und Nikon Konverter lassen sich nur an bestimmte Canon- und Sony- und Nikon- Objektive anbringen, da das vordere Linsenelement ziemlich weit heraussteht. Kenko und Sigma Konverter passen an so gut wie jedes Objektiv, wobei ich selbst sie nur an Teleobjektiven ab (70-) 200mm aufwärts verwendet habe.

 

 

 

 

 

 

2. Welche Telekonverter passen funktional?

 

Hier wird es schon spannender. Wenn sich ein Telekonverter problemlos zwischen Kamera und Objektiv einklinken lässt, heißt das noch lange nicht, dass man gleich freudig losfotografieren kann. Folgende Kombinationen habe ich selbst probiert:

 

 

 

• Canon-L-Tele + Canon Extender 

 

Das geht erwartungsgemäß problemlos, nur kann es natürlich sein dass bei Objektiven mit einer Anfangsblende über 2,8 in Verbindung mit 2-fach Konvertern die Kamera den Autofokus verweigert*. Laut Web- Recherche "bremst" bzw. "beruhig" die in den Canon Extendern enthaltene Elektronik die Autofokusgeschwindigkeit. In der Praxis merkt man davon nichts, der Autofokus ist immer noch schnell genug für jede Situation und verliert auch kaum an Treffsicherheit. Er bleibt ruhig, es gibt kein "Gezappel".

 

Diese Kombinationen haben gut zusammengespielt: Das EF 70-200L 1:2,8 IS-II, das EF 400mm 1:2,8 L ohne IS und das EF 600L 1:4 IS jeweils mit dem 1,4er Extender Mark-II. 

 

Nicht zufrieden war ich mit der Kombi EF 70-200L 1:2,8 ohne IS mit dem 1,4er Mark-II, die Treffsicherheit des AF war erheblich schlechter... das muss ich bei Gelegenheit nochmal probieren.

 

 

• Canon-L-Tele + Kenko Telekonverter 1,4x Pro 300 DGX

 

Geht auch gut, hier merkt man jedoch, dass im Kenko nicht der oben angedeutete "Bremseffekt" eingebaut ist. Der Autofokus wird manchmal nervös, rast gelegentlich hin und her ("Hunting"), und wenn man nur kurz mit dem AF- Messfeld vom Motiv abrutscht, haftet er sich ganz gerne und vor allem blitzschnell an den Hintergrund.

 

Die Kombinationen EF 400mm 1:2,8 ohne IS sowie EF 70-200L 1:2,8 ohne IS jeweils mit dem 1,4x DGX waren ordentlich zu gebrauchen, von gelegentlicher AF- Raserei abgesehen. Du hast richtig gelesen, mein EF 70-200L 1:2,8 ohne IS geht mit dem Kenko Konverter besser als mit dem Canon Extender.

 

 

• Canon-L-Tele + Canon Extender 1,4x Mark-II + Kenko Telekonverter 1,4x Pro 300 DGX:

 

Diese Monster- Kombi habe ich mit dem EF 400mm 1:2,8 im "Notfall" ausprobiert, weil der Elch einfach nicht näher heran kommen wollte. Es ging einwandfrei, der Autofokus war noch zügig am Werk und treffsicher. Das ganze ergibt laut Exif 784 Millimeter, bei maximal Blende 5,6. An der 1D Mark-III konnte ich damit einige brauchbare Aufnahmen machen:

 

 

Elch im Wildpark Poing  //  Canon 1D Mark-III & EF 400 1:2,8 L & Canon Extender 1,4x Mark-II & Kenko 1,4x Konverter Pro 300 DGX
Canon 1D Mark-III & EF 400 1:2,8 L & Canon Extender 1,4x Mark-II & Kenko 1,4x Konverter Pro 300 DGX

 

Aufgrund der großen Entfernung, sprich viel Luft inkl. Dunst zwischen Motiv und Kamera, waren die Kontraste natürlich recht schwach. Das ließ sich aber problemlos bei der RAW Entwicklung beheben.

 

 

 

 

• Sigma Tele + Sigma Telekonverter 

 

Sigma und Sigma arbeiten logischerweise auch einwandfrei zusammen. Ganz interessant finde ich, dass ich nicht den geringsten Unterschied zwischen der EX DG Serie und der neueren TC1401 bzw. TC2001 Serie feststellen konnte, weder in der Autofokus- noch in der Abbildungsleistung. Laut Sigma- Marketing werden die TC1401/ 2001 verständlicherweise als "viel besser" angepriesen... hmm. Irgendwie muss man ja was für den Umsatz tun, oder?

 

Zudem soll der Betrieb des 120-300 Sport mit neuester Firmware (selbst aufspielbar seit/ per USB- Dock) angeblich nur noch mit den neuesten Telekonvertern möglich sein. Bei mir funktionieren aber auch die älteren EX DG Konverter tadellos mit dem 120-300mm Sport, bei dem ich die neueste Firmware natürlich aufgespielt habe.

 

Bei mir arbeiten der 1,4x EX-DG, der 2,0x EX-DG und der 2-fach TC2001 sehr gut mit dem 70-200 HSM-II und dem 120-300 Sport zusammen.

 

Aus bisher unbekanntem Grund bekomme ich bei meinem Sigma 500mm 1:4,5 APO DG HSM keinen Autofokus mit Sigma Telekonvertern.  Über entsprechende Infos/ Tipps per Email würde ich mich echt freuen!

 

 

• Sigma Tele + Kenko Konverter 1,4x Pro 300 DGX:

 

Hier funktioniert, zumindest in der Nikon Version, der Autofokus nur sehr eingeschränkt. Die Linsen rasen beim Anvisieren hin und her, nur hin und wieder wird die Schärfe nach dem "ein blindes Huhn..." Motto mehr oder weniger gut getroffen.

 

Probiert habe ich es mit dem 70-200 HSM-II, dem 120-300 Sport und dem 4,5/500 HSM. Für mich waren die Kombinationen unbrauchbar. Laut diversen Berichten im Web wird/ wurde das 4,5/500 öfters mit dem Kenko Pro 300 DG (ohne X) eingesetzt, aber vielleicht bezieht sich das auf die Canon Version? Oder wurde manuell fokussiert? Das konnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen. Über entsprechende Infos/ Tipps per Email würde ich mich echt freuen!

 

 

• Nikon Tele + Sigma Telekonverter:

 

Der Autofokus rast völlig sinnlos hin und her, die Kombi ist wenn dann nur mit manuellem Fokus verwendbar. Das habe ich nicht weiter verfolgt.

 

 

• Nikon Tele + Kenko Telekonverter 1,4x Pro 300 DGX

 

Die Kombination funktioniert beim 70-200 VR-II geradezu genial. Ausser der Brennweitenverlängerung merkt nichts davon, dass der Konverter zwischengeschaltet ist. Einen 2,0x Pro 300 DGX probiere ich gerade aus, mehr dazu weiter unten.

 

Was leider nicht funktioniert: Mein "Monster" AF-I 400mm 1:2,8 mit Kenko Konvertern zu verlängern. Der Autofokus macht was er will, aber nicht was er soll. Schade, denn die lichtstarken 400 Millimeter multipliziert mit Faktor 1,4 ergäben schöne 560 Millimeter mit immerhin maximaler Blende 4. 

 

• Neu:  Nikon Tele + Nikon Telekonverter 2,0x in der Version III 

 

Seit ein paar Tagen habe ich einen AF-S Teleconverter TC-20E III hier, hauptsächlich wegen dem AF-I 400mm 1:2,8. Die ersten Ergebnisse waren... ähm... variabel ;-) weiter unten mehr dazu.

 

 

• Sony-G-Tele + Sony Telekonverter 1,4x und 2,0x (jeweils A-Mount):

 

Das geht natürlich auch einwandfrei, allerdings ging bei meinem 2-fach Sony Konverter die Bildqualität so drastisch in die Knie, dass ich ihn nach einigen enttäuschenden Versuchen, auch nach mehrmaliger Autofokus- Kalibrierung, nie wieder verwendet habe.

 

 

• Sony-G-Tele (A-Mount) und sämtliche Modelle der Kenko Konverter:

 

Autofokus rast völlig sinnlos hin und her, die Kombi ist wenn dann nur mit manuellem Fokus verwendbar. Das habe ich nicht weiter verfolgt.

 

 

• Tamron Tele sowie Tele-Macro und Kenko Teleplus MC4/ MC7 / Pro 300 DG, 1,4x und 2,0x:

 

Mechanisch und funktional einwandfrei. Der Autofokus wird etwas langsamer, trifft aber präzise. Den älteren Modellen der Kenko Telekonverter fehlen die Kontakte für die Übertragung bestimmter Daten, sprich Brennweite und Blende werden in den EXIF falsch erfasst, dazu mehr im Abschnitt  "interessante Entdeckungen"

 

 

 

Feldwespe, Tamron 180mm 1:3,5 Macro & Kenko 2x Konverter Teleplus MC7 DG  |  360mm  |  Blende 8  |  kein Zuschnitt!
Feldwespe (harmlos!) Tamron 180mm 1:3,5 Macro & Kenko 2x Konverter Teleplus MC7 DG | 360mm | Blende 8 | kein Zuschnitt!

 

Diese Kombinationen spielen bei mir gut zusammen: Das Tamron SP 70-200mm 1:2,8 "Macro" (ohne USD), das Tamron SP 70-200mm 1:2,8 USD und das Tamron SP 180mm 1:3,5 Macro mit den 1,4- und 2-fach Konvertern Kenko Teleplus MC4/ MC7 DG sowie 1,4-fach Pro 300 DG.

 

Noch probieren möchte ich die Konverter am Tamron SP AF 300mm 1:2,8 LD IF.

 

 

 

 

Nur der Vollständigkeit halber:

 

 Kenko empfielt auf der Website die Kombination mit Tokina- Teleobjektiven.

 

Da muss ich leider passen, ich besitze keines. Ich hatte einmal für kurze Zeit ein altes 70-200mm 1:2,8, es war schon ohne Konverter die absolute Gurke. Das hat mich damals irgendwie abgeschreckt und von weiteren Käufen abgehalten. Die aktuellen Modelle sind aber sicher besser ;-)

 

 

 

 

 

 

3. Wie machen sich die Telekonverter im Praxiseinsatz?

 

 

Schärfe sitzt schnell und perfekt, Qualität ist mir gut genug: Sigma 1,4x EX DG & Sigma 120-300 Sport an Nikon D3s  |  330mm  |  Blende 4  |  1/1250s.  |  ISO 1600
Schärfe sitzt schnell und perfekt, Qualität ist mir gut genug: Sigma 1,4x EX DG & Sigma 120-300 Sport an Nikon D3s | 330mm | Blende 4 | 1/1250s. | ISO 1600

 

 

 

Mit den Kombinationen, die ich mir im Laufe der Zeit zusammengestellt habe, komme ich durchweg gut zurecht. Für meine Ansprüche sind die Fotos absolut brauchbar. Nachstehend eine Auswahl verschiedenster Fotos mit Telekonverter, mit recht großer Bandbreite was Motiv, Situation und auch die erzielte Bildqualität angeht, sozusagen ein "von-bis". Kamera-, Objektiv- und Aufnahmedaten jeweils unterm Bild:

 

 

Schärfe sitzt auch bei schneller Bewegung und kleinem (= nahem) Motiv: Sigma 1,4x EX DG & Sigma 70-200 HSM-II an Nikon D700  |  280mm  |  Blende 4  |  1/1000s.  |  ISO 800
Schärfe sitzt auch bei schneller Bewegung und kleinem (= nahem) Motiv: Sigma 1,4x EX DG & Sigma 70-200 HSM-II an Nikon D700 | 280mm | Blende 4 | 1/1000s. | ISO 800

 

 

 

 

Ein paar interessante Entdeckungen habe ich außerdem noch gemacht:

 

• Insbesondere ältere Telekonverter teilen der Kamera nicht immer ihr Vorhandensein mit. Das ergibt natürlich falsche EXIFs, was ärgerlich sein kann, aber möglicherweise auch einen Vorteil bringt: Selbst wenn die Ovjektiv- Konverter- Kombi eine Anfangs-/ Offenblende von F/5,6 oder sogar F/8 übersteigt, wird in dem Fall problemlos Auto-fokussiert. Mein Sigma 4,5/500 in Verbindung mit dem älteren Kenko Teleplus DG (ohne X) 2xTC  stellt an sämtlichen Sony A-Mounts einwandfrei scharf, obwohl die Offenblende dann logischerweise bei f/9 liegt. Mit dem Sony 4/500 + Sony 2xTC (Offenblende = f/8) verweigert der Autofokus dagegen vorschriftsmäßig den Dienst. Den Effekt kann man aber auch mit anderen Konvertern durch abkleben bestimmter Kontakte erreichen. 

 

 

 

• Meistens wird mit Telekonverter eine (andere) Feineinstellung des Autofokus erforderlich. Ein Objektiv kann in Verbindung mit dem Konverter plötzlich einen Front- oder Backfokus haben, sprich, bevor über die ach so nachlassende Bildqualität bei Konvertereinsatz gejammert wird, sollte man erst einmal schauen, ob der Schärfepunkt überhaupt richtig sitzt. Da die meisten Konverter ihre eigene ID an die Kamera senden, wird die Feineinstellung nur angewendet wenn der Konverter auch dran ist, der eingestellte Wert für das Objektiv selbst bleibt unangetastet.

 

Vor vielen Jahren ist es mir sogar passiert, dass eine Kamera-  Objektiv- Kombination bei der Verwendung mit einem Telekonverter plötzlich schärfere Bilder gemacht hat als ohne den Telekonverter. Da hatte ich damals vor neun Jahren ganz schön gestaunt.

 

Mit einigem herumprobieren habe ich dann herausgefunden, dass die Kamera, die Sony Alpha 500, in Verbindung mit dem Tamron 70-200 (Modell A001 ohne USD) einen Backfokus hatte, der Kenko Teleplus 2,0x DG (ohne "X") aber einen Frontfokus verursacht hat, und zufälligerweise sich beides gegeneinander aufgehoben hat. Das war dann auch mehr oder weniger der Moment in dem ich angefangen habe nachzudenken und der Technik nicht mehr blind zu vertrauen :-P 


 

 

Mein persönliches Fazit:

 

Wenn die Kombi stimmt und vor allem die Schärfe richtig sitzt, liegt der durch den Telekonverter verursachte Qualitätsverlust nahezu vernachlässigbar im Toleranzbereich von Licht- und Motivsituation sowie Tagesform des Fotografen!

 

Mit den zum jeweiligen Objektiv passenden Konvertern von Canon (für Canon), Sigma (für Sigma), Nikon für Nikon und Kenko (für Nikon und Tamron) lässt sich wirklich gut arbeiten. Ich persönlich finde die Handhabung und die Ergebnisse definitiv besser, als wenn ich das Motiv erst nachträglich durch Zuschnitt/ Ausschnitt in die richtigen Bildproportionen bringe. Bezüglich der mindest- Fokusdistanz habe ich mit Telekonverter in der Regel sogar einen Vorteil gegenüber einem Objektiv mit längerer Brennweite.

 

 

 


 

 

10. Oktober 2018

 

Kenko Teleplus Pro 300 DGX zweifach Telekonverter 

 

 

Ermutigt durch die wirklich guten Ergebnisse mit dem Sigma- Zweifachkonverter wollte ich mal schauen, ob sich das selbe nicht auch mit Nikon Objektiven machen lässt. 

 

 


 

 

Der erste Versuch mit einem gebraucht erstandenen Kenko Teleplus Pro 300 DGX war wirklich entmutigend. Wie man auf dem ersten Bild sieht, liegt die Schärfe auf dem Hinterteil des laufenden Kätzchens. In dem Moment dachte ich noch, den Backfokus mit der AF Einstellung im Kameramenü beheben zu können. Leider war der Backfokus aber so stark, dass selbst mit einer Einstellung auf -20 (das Maximum)  die Schärfe immer noch etwas zu weit hinten lag, siehe zweites und drittes Bild. Nikon 70-200 VR-II an D3s und D700 (grüne Linie = Soll, rote Linie = tatsächliche Lage der Schärfe). Das war also erst mal nix, zum Glück konnte ich den Konverter zurückgeben.

 

Wenige Tage später brachte mir der Paketbote schon den nächsten Kenko Teleplus Pro 300 DGX ins Haus. Leider haben meine Testmodels die Kooperation verweigert (siehe erstes Bild, sehr grummelige Nala), aber das Licht war sowieso schon recht wenig für Bewegtbilder bei Blende 5,6. Ich musste mich für's erste also an statische Motive halten. Ein paar Beispiele aus nah und fern, teilweise mit Gegenlicht und einmal auch durch Geäst durchfotografiert, was für den AF doch eine gewisser Herausforderung darstellt. Aus meiner Sicht ist das jetzige Exemplar schon deutlich besser. Alle Fotos mit 400mm, Blende 5,6 und ISO 3200, Kamera ist die D500, Objektiv das 70-200 VR-II. 

 

 

 

 

Den ersten Eindruck finde ich durchaus ok. Sieht aus, als hätte ich neben dem Sigma 2x Telekonverter noch einen weiteren brauchbaren Zweifachkonverter gefunden. 

 

  

 


 

 

 

 

9. Februar 2020

 

Neu: Nikon AF-S Teleconverter TC-20E III

 

 

Der Vollständigkeit halber habe ich nun auch einen Telekonverter von und für Nikon. Hauptsächlich um aus meinem AF-I 400mm 1:2,8 erforderlichenfalls ein 800mm 1:5,6 machen zu können, was ja zumindest rein von den Eckdaten schon stattlich ist. Heute also das 400er samt TC-20E III an die D500 gehängt und los. Schonungslos mit Offenblende, in dem Fall also F/5,6, um zu sehen was die Kombi grundsätzlich so drauf hat.

 

Die ersten Ergebnisse waren niederschmetternd. Zwar funktioniert der Autofokus anstandslos und flott, im Gegensatz zu damals, als ich den Kenko TC am 400er probiert habe. Aber die Bildqualität war in mehrfacher Hinsicht gruselig. Die Motive, unsere Bambis, waren aber auch sehr weit weg, gut 150 Meter:

 

 

Reh am frostigen Morgen, Val D'Orcia, Toskana, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III  |  800mm  |  Blende 5,6  |  1/2000s.  |  ISO 800
Reh am frostigen Morgen, Val D'Orcia, Toskana, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III | 800mm | Blende 5,6 | 1/2000s. | ISO 800

 

Sehr Detail- arm das Reh, direkt matschig, also mehr Ausschnitt als ein bisschen Rand wegschneiden/ geraderichten brauche ich da nicht zu machen. Seltsam auch, wie die Strukturen (die Gräser) abgebildet werden, die nur wenig außerhalb der Schärfeebene liegen... nicht wirklich schön, würde ich sagen, "Bokeh" geht jedenfalls anders... Bildbestandteile in weiterer Entfernung, wie der Baum und der Weinberg des Nachbarn, versinken dann zum Glück wieder in "harmonischer" Unschärfe.

 

Das zweite Grüppchen Rehe war noch weiter weg, ca. 200 Meter. Hier reicht die Auflösung der unbeschnittenen Bilder gerade noch so für die Webdarstellung:

 

 

 

Möglicherweise lag das aber auch an Licht und Luft? Probeweise habe ich ein paar noch sehr viel weiter entfernte Motive aufgenommen, in fünf bis acht Kilometern Entfernung:

 

 

Auch nicht wirklich berauschend, oder? Aber es könnte tatsächlich der Dunst gewesen sein, denn in der Nacht hatte es Frost gehabt und jetzt am frühen Morgen brannte die Sonne gerade gnadenlos den Reif weg. Bei den Aufnahmen habe ich übrigens beides versucht, Autofokus wie auch manueller Fokus mit Hilfe der Vergrößerung im Live View. Dabei gab es keine Unterschiede, was auf jeden Fall die einwandfreie Funktion des AF bestätigt.

 

 


 

 

 

Als nächstes habe ich mich nicht in weiter Ferne, sondern im Bereich der Naheinstellgrenze des 400mm (ab ca. 3,30 Meter) versucht, und siehe da, plötzlich bringt die Kombination aus AF-I 400mm 1:2,8 und dem TC-20E III eine ganz ordentliche Leistung, nach wie vor bei Offenblende F/5,6:

 

Lucy, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III  |  800mm  |  Blende 5,6  |  1/2000s.  |  ISO 800
Lucy, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III | 800mm | Blende 5,6 | 1/2000s. | ISO 800

 

Keine Macro- Qualität, aber ich habe ja auch noch nicht die Option des leicht-abblendens genutzt. Was aber auch hier wieder sofort ins Auge fällt: Die Struktur des metallenen Zauns hinter Lucy wird auf geradezu groteske Weise dargestellt und betont. In Wirklichkeit sind das knapp zwei Millimeter dünne verzinkte Drähtchen!

 

Wenn im Hintergrund keine kleinflächigen Lichtreflexe sind, sieht es deutlich besser aus:

 

Momo, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III  |  800mm  |  Blende 5,6  |  1/1600s.  |  ISO 400
Momo, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III | 800mm | Blende 5,6 | 1/1600s. | ISO 400

 

 

Hier kann ich auch über Schärfe und Auflösung nicht mehr klagen, ein 100% Ausschnitt aus dem Bild:

 

Momo, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III  |  800mm  |  Blende 5,6  |  1/1600s.  |  ISO 400, 100% Ausschnitt
Momo, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III | 800mm | Blende 5,6 | 1/1600s. | ISO 400, 100% Ausschnitt

 

 

Zu guter Letzt habe ich noch einen Spaziergang unternommen, was mit dem 400mm (Gesamtgewicht inkl. Kamera und Telekonverter fast acht Kilo!) durchaus eine Herausforderung ist, zumal das Gelände bei uns ja permanent bergab und bergauf geht. Als erstes bin ich zum Fluss und habe unser Rotkehlchen besucht:

 

 

Das finde ich jetzt mal gar nicht so schlecht getroffen, wenn man bedenkt dass ich ein eher unterdurchschnittlicher Vogelfotograf bin. Den Versuch, eine direkt über meinem Kopf auf dem Baum sitzende Meise abzulichten, musste ich jedoch abbrechen. Mit dem Gewicht von dem 400mm Monster wäre ich fast rückwärts umgefallen... ;-)

 

Als dann ein Stück weiter unser Reiher mit Höchstgeschwindigkeit über das Flusstal gezischt ist, habe ich versuchsweise auf F/8 abgeblendet. Hier ist trotzdem (entfernungsbedingt?) der Detailreichtum schon wieder deutlich geringer:

 

Reiher im Flug, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III  |  800mm  |  Blende 8 |  1/2000s.  |  ISO 800
Reiher im Flug, D500 & AF-I 400mm 1:2,8 & AF-S TC-20E III | 800mm | Blende 8 | 1/2000s. | ISO 800

 

Nebenbei... freihand mit dem schweren 400er den Reiher zu erwischen war gar nicht einfach für mich... zum Glück habe ich ihn auf drei Bildern der Serie überhaupt ganz drauf, so dass ich mir das Beste aussuchen konnte. 

 

 

Eine schöne Gelegenheit habe ich dann total versemmelt: Eine männliche Kornweihe beim fangen einer Maus. Auf den Bildern ist einfach nichts scharf, auch nicht an der falschen Stelle. Das ist mir unerklärlich. 1/1600s. bietet jetzt zwar nicht unbedingt viel Reserve für schnelle Bewegungen, aber die Ursache für DEN Pixelmatsch kann das nicht sein.


 

 

Zum Abschluss noch etwas, was ich natürlich lieber vorher hätte machen sollen: Die Fokuslage mit Hilfe der AF- Feineinstellung korrigiert. Mit einem Wert von -13 (von möglichen 20) sieht das schon besser aus. Bin also auf die nächsten Einsätze gespannt. Aber jetzt brauchen meine Arme und Schultern erst mal ne Pause.

 


 

 

 

Hier noch die üblichen Affiliate Links. Wenn Du irgendetwas bei Amazon kaufst, nachdem Du über meinen Link dorthin gegangen bist, bekomme ich eine gigantische Provision und werde steinreich. Dafür bedanke ich mich recht herzlich. Die Sachen kosten dich deswegen natürlich keinen Cent mehr.

 

Kenko Telekonverter 1,4x Pro 300 DGX

 

KenkoTelekonverter 2,0x Pro 300 DGX

 

Canon Extender EF 1,4x

 

Canon Extender EF 2,0x

 

Sigma Telekonverter TC1401 (1,4x)

 

Sigma Telekonverter TC2001 (2,0x)

 

Sony Telekonverter A-Mount 1,4x

 

Nikon AF-S Teleconverter TC-20E III